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Dolmetschen für die Justiz
6.04.2018
Gerichtsdolmetscher

Die Tätigkeit der Gerichtsdolmetscher in Deutschland

Der Beruf des Gerichtsdolmetschers entstand schon vor längerer Zeit im Rahmen der Zivil- und Strafprozesse, er wurde mit der Zeit weiterentwickelt. Im Rahmen des internationalen Rechtsverkehrs werden Dolmetscher bei Gericht und in der Justiz insgesamt immer öfter benötigt. Während früher Urkunden wie Urteile eher von Übersetzern übersetzt wurden, so wie auch die Dolmetschertätigkeiten vor Gericht und vor Verwaltungsbehörden überwiegend von diesen Sprachmittlern erledigt wurden, hat sich das Einsatzfeld in den letzten Jahren gewandelt.
Die vereidigten Gerichtsdolmetscher müssen von einem Richter vereidigt werden, der in der Lage ist, je nach Anforderung einen Dolmetscher beim Kunden zu einem vereidigten Dolmetscher zu erklären. Die Einzelheiten variieren aber je nach Bundesland, es kann eine Beeidigung oder eine Vereidigung erfolgen, in anderen Ländern kann auch eine allgemeine Beeidigung erfolgen. Eine allgemeine öffentliche Bestellung ist grundsätzlich nicht erforderlich, vielmehr ist es auch möglich, durch Ermächtigung ernannt zu werden.
Deutsch
Die notwendigen Fachkenntnisse können in der Ausbildung zum Konferenzdolmetscher erlernt werden. In einigen Bundesländern wie Hamburg, Hessen und Schleswig-Holstein gibt es besondere Eignungsfeststellungsverfahren, die vor einer Ernennung zum Gerichtsdolmetscher durchlaufen werden müssen. Der Gerichtsdolmetscher soll sicherstellen, dass die verbale Verständigung zwischen den Parteien eines Rechtsstreits oder auch zwischen dem Gericht und einem Angeklagten ohne Probleme möglich ist. Zu diesem Zweck muss der bei Gericht eingesetzte Dolmetscher zwei Sprachen, also hier Deutsch und Rumänisch, auf Muttersprachniveau sicher beherrschen, und er sollte darüber hinaus über Kenntnisse nicht nur der jeweiligen kulturellen Hintergründe verfügen. Er muss auch in der Lage sein, sich auf bestimmte juristische Situationen vor Gericht und bei Polizei und Staatsanwaltschaft vorzubereiten, und er muss die in der jeweiligen Verfahrenslage notwendige Technik des Dolmetschens perfekt beherrschen.
In einigen Bundesländern gibt es weitere Ausbildungen, die auf der Grundausbildung als Sprachmittler aufbauen und in Vernehmungen und Anhörungen die Kenntnisse eines Dolmetschers vermitteln. In internationalen Prozessen erhalten die eingesetzten Dolmetscher, bei denen es sich in den meisten Fällen um Gerichtsdolmetscher handelt, eine gründlichere Vorbereitung.
Ein Gerichtsdolmetscher ist für Simultanübersetzungen bei deutschen Gerichten und Behörden zuständig. Grundlage einer solchen Tätigkeit ist, dass der betreffende Dolmetscher beeidigt oder allgemein vereidigt wurde, was in jedem Bundesland allerdings anders geregelt ist. Es gibt auch Ausnahmen, in denen ein Gerichtsdolmetscher tätig wird, der noch nicht vereidigt wurde. In diesem Fall erfolgt eine Vereidigung durch den vorsitzenden Richter.
Rumänisch
Beim Dolmetschen vor Gericht werden sowohl das Simultan, als auch das Konsekutiv- und Flüsterdolmetschen eingesetzt; dies ist abhängig von der jeweiligen Gesprächssituation. Wichtig ist vor allen Dingen, dass eine Gerichtsdolmetscherin für die rumänische Sprache die benötigten Sprachen einwandfrei beherrscht, sie muss also sowohl die kulturell gehobene Amtssprache beherrschen, als auch der umgangssprachlichen Begriffe und Idiome mächtig sein. Selbstverständlich müssen dem Gerichtsdolmetscher die wichtigsten Begriffe aus dem Bereich der Verwaltung und des Rechts geläufig sein, um eine schnelle und fehlerfreie Übersetzung zu ermöglichen.
Nach der Ausbildung zum Dolmetscher sind Praktika in einem Dolmetscherbüro eine gute Grundlage für eine Tätigkeit als Gerichtsdolmetscher. Die Rechtssprache der Juristen in Deutschland als Rechts- und Verwaltungssprache nicht nur bei Polizei und Behörden sondern auch in der Justizverwaltung ist eine besondere Fachsprache, die dazu dient, eine rasche Verständigung sicherzustellen, und juristische Sachverhalte unmissverständlich darzustellen.